Kategorie: Karriere

  • Abi-Abschluss-Noten sowie Leistungskurse in Bezug zur Ausbildung, zum Studium und späterem Beruf

    In den Coachings von Abi und was dann? kommen hier und da die Fragen auf, ob es nicht wichtig wäre, die Leistungskurse schon mit Bezug zum späteren Studium oder für den späteren Beruf auszuwählen? Und ob eine gute Abi-Abschluss-Note für den Berufseinstieg wichtig wäre?

    Die Erfahrungen aus dem Coaching, aber auch die meine Berufserfahrung zeigen, dass nur bestimmte Abiturfächer richtungsweisend in bestimmte Berufe führen können. Beispielsweise, wenn der Abiturient/In seine Neigungen und Präferenzen in naturwissenschaftlichen Fächern hat, wie z. B. Mathe, Physik, Biologie oder Chemie. Die Belegung dieser Schulfächer könnten später entsprechende Studiengänge im Bereich MINT nach sich ziehen. Dennoch ist damit aber nicht automatisch ein Beruf vorgegeben.

    In welche Berufe führen Studienfächer, wie Mathematik, Biologie, Chemie oder Physik?

    Ein Mathematik-Studium kann in ganz unterschiedliche Berufe und Berufsfelder führen. Dazu gehören beispielsweise Informatik oder Programmierung. Ebenso können Mathe und Physik in das Ingenieurwesen führen. Biologie und Chemie könnten in der Kombination z. B. in die Fachrichtung Bionics weisen. Dort werden Dinge in der Natur beobachtet, die sich möglicherweise später in Produkten wiederfinden. Wasserabweisende Kleidung zum Beispiel, die nach Mustern aus der Biologie entwickelt bzw. produziert wurde.

    Mir liegen naturwissenschaftliche Fächer, was kann damit beruflich machen?

    Wer seine Stärken in den Naturwissenschaften hat, dem würde beispielsweise neben den MINT-Fächern auch ein Medizinstudium wahrscheinlich leichter fallen, als einem jungen Menschen, dessen Fähigkeit eher in der Kommunikation, der empathisch ist und der gerne Menschen helfen möchte. Empathie und gute Kommunikation sind zwar auch gute Voraussetzungen, um Arzt/Ärztin zu werden. Das Medizin-Studium ist allerdings eindeutig naturwissenschaftlich orientiert. Mal ganz abgesehen von der Hürde des NC‘s, der bei den Medizin-Studiengängen vorgelagert ist.

    Keine Ahnung, was ich beruflich nach dem Abitur machen soll?

    Klare berufliche Vorstellungen haben derzeit die wenigsten Schüler. Zudem muss man feststellen, dass es in betriebswirtschaftlichen oder juristischen Berufen wenig bis gar keine Schulfächer gibt, die als Abi-Fach eine berufliche Grundlage bilden könnten. Es sei denn, man besucht Schulen die zugleich kaufmännische, soziale oder z. B. technische Schwerpunkte anbieten.

    Was sagt eine gute Abi-Abschluss-Note aus?

    Eine sehr gute Abi-Abschlussnote sagt zunächst einmal nichts über die spätere Berufswahl, die mögliche Karriere oder den beruflichen Erfolg aus. Sehr gute Noten helfen dann, wenn man ein NC-Studienfach belegen will. Dabei sollte das NC-Fach möglichst zu den persönlichen Neigungen und Fähigkeiten passen. Alles andere würde dazu führen, dass man durch den sehr guten Noten-Durchschnitt zwar die NC Hürde schafft, aber das Studium selbst einem nicht liegen wird, weil es eben nicht zu den persönlichen Neigungen passt.

    Fazit

    Als Schlussfolgerung lässt sich hier sagen, dass die Abitur-Note verhältnismäßig wenig darüber aussagt, was sich daraus beruflich entwickeln lässt. Es ist vielmehr so, dass die Karten nach dem Schulabschluss neu gemischt werden. Da heute zudem fast jeder 2. Schüler Abitur macht, ist selbst dieser Abschluss nicht mehr zwangsläufig richtungsweisend.

    Heute werden junge Menschen im Arbeitsleben benötigt, die möglichst Berufserfahrungen vorweisen können. Daher kann es ein sehr guter Gedanke sein, zunächst einmal eine Ausbildung nach dem Abitur zu beginnen. Die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zählt schon als erste Berufserfahrung. Darauf aufbauend könnte man – auch mit ein wenig mehr persönlicher Erfahrung – zielorientierter ein Studium auswählen. Und – man hätte die Möglichkeit, z. B. sein Studium dadurch zu finanzieren, dass man in der semesterfreien Zeit Geld in seinem erlernten Beruf nebenbei verdient!

    Bei all den oben genannten Ausführungen ist es hilfreich, wenn man seine persönlichen Neigungen und Fähigkeiten kennt. Wer sich da nicht sicher ist und keine Vorstellung hat, was er nach der Schule machen soll, den unterstützt Abi und was dann? im Coaching-Prozess u. a. mit der Erstellung eines sogenannten – persönlichen Neigungs- und Denkstilprofils.

    Auf Basis der Profilanalyse erfolgt das Coaching, um für jeden Coachee den individuell passenden Berufsweg zu finden.

  • Eigentlich wollte ich Eventmanagement studieren

    Im Rahmen einer Studienberatung und einem Coaching von Abi und was dann? kam es zu einer Begegnung mit Frank*. Er hatte gerade das Abitur erfolgreich bestanden und sah in seinem Verwandtschaftskreis ein berufliches Vorbild und zwar im Event-Marketing. Er ging davon aus, dass kreative Aspekte, Kommunikation sowie auch Organisation einem großen Teil seiner Fähigkeiten entsprechen würde und war recht sicher, dies im Rahmen der Neigungs- und Denkstilanalyse bestätigt zu bekommen. Durch das spezielle Interesse am Studienfach Eventmanagement ergaben sich für ihn zudem etliche Fragen zum Thema „Privathochschulen“ und „Finanzierung“. Die Neigungs- und Denkstilanalyse sollte letztendlich als Bestätigung seiner bisherigen Überlegungen dienen.

    Im Verlauf des Coachings sowie bei der Neigungs- und Denkstilanalyse stellte sich aber heraus, dass Frank’s Stärken eher im Bereich der Zahlen und der Logik lagen, anstatt in den Bereichen Kreativität und Kommunikation.

    Auch bei der gemeinsamen Analyse von anderen Studiengängen bestätigte sich, dass Frank wesentlich analytischer und rationaler an bestimmte Themen heran ging, als er es selbst von sich gedacht hätte. Innerhalb des Coaching-Prozesses überdachte Frank seine ursprüngliche Studienwahl und kam zu dem Entschluss, statt einer spezialisierten Marketing-Fachrichtung eher eine grundlegende betriebswirtschaftliche Ausrichtung im Bachelor zu wählen. Er entschied sich für eine öffentlich-rechtliche Fachhochschule in Norddeutschland.

    Erwartungsgemäß – seinem HBDI Profil entsprechend – ergab sich während seiner Studienzeit die Erkenntnis, dass das Fachgebiet Marketing für Frank zwar interessant ist, aber nicht seinen wesentlichen Fähigkeiten entspricht, die sein HBDI Profil aufzeigt. Im fortlaufenden Coaching konnte Abi und was dann? ihn u. a. auch bei dem Aufbau und der Gliederung seiner Bachelor-Arbeit unterstützen sowie bei der Wahl des Master-Studienganges. Frank wird ein Master-Studium mit den Schwerpunkten Controlling und Finanzen beginnen – dies entspricht absolut seinem Neigungs- und Denkstil-Profil!

    In dem hier skizzierten Fall hat das Coaching mit Hilfe der Neigungs- und Denkstilanalyse eine Korrektur des ursprünglichen Studien- und Berufswunsches im Vorfeld ergeben. Damit wurde eine zu frühe Spezialisierung vermieden, die zudem nicht zu 100% den persönlichen Fähigkeiten entsprochen hätte.

    *Name redaktionell geändert

  • Gibt es den einen Karriereweg? – Nein!

    In den Coachings von Abi und was dann? zeigt sich oft, dass viele sich zum Ende der Schulzeit vor allem deshalb unter Druck gesetzt fühlen, weil sie der Meinung sind, mit einer Ausbildung oder einem Studium legen sie den gesamten Berufsweg schon frühzeitig fest. – Das stimmt nur bedingt!

    Wesentlich wichtiger ist es, eine Ausbildung oder ein Bachelor-Studium als einen Mosaikstein für sich und den zukünftigen Berufsweg anzusehen. Gerade in der heutigen Zeit der Digitalisierung und der fortlaufenden Veränderungen, die sich auch durch künstliche Intelligenz (KI) ergeben, ist es wichtig, die berufliche Karriere fortlaufend weiter zu entwickeln. Denn Berufe und Berufsinhalte ändern sich.

    Reine Theorie reicht heute nicht mehr für den Berufseinstieg

    Mit Blick auf die heutigen Anforderungen, die eine Vielzahl von Arbeitgebern stellen, gilt es nicht nur theoretische Berufskenntnisse vorzuweisen, sondern vor allem Praxiserfahrung nachweisen zu können. Auch deshalb kann es eine richtige Entscheidung sein, als Abiturient:in zuerst über eine Ausbildung nachzudenken. Denn, die abgeschlossene Ausbildung zählt bereits als Berufserfahrung!

    Ein Studium anzuschließen ist deshalb nicht ausgeschlossen. Manchmal wird in den Coachings argumentiert, dass diese Vorgehensweise einen Zeitverlust darstellt. Das Gegenargument lautet:

    Das zügig abgeschlossene Studien (Bachelor und Master) – ohne Praxiserfahrung – kann dazu führen, zunächst erst einmal als Berufseinsteiger mit einem befristeten Jahresarbeitsvertrag ausgestattet zu werden. Die jeweiligen Unternehmen nutzen diese Procedere, um sich ein Bild machen können, ob man sich im Arbeitsleben bewährt. Dieses „Jahrespraktikum“ wäre eher als ein verlorenes Arbeitsjahr anzusehen!

    Mit Blick auf ein Bachelor-Studium ist es eine weitere Überlegung, sich nicht sofort zu spezialisieren. Besser ist es, im Bachelor ein Grundlagenfach auszuwählen und sich erst im Master zu spezialisieren. Also beispielsweise Informatik (Bachelor) und im Master erfolgt eine Spezialisierung auf z. B. Data Science. Oder man studiert allgemeine BWL, um sich im Master auf Marketing oder Finanzen oder beispielsweise auf Personalwesen oder ähnlich zu spezialisieren.

    Vorteile allgemeiner Bachelor-Studiengänge

    Diese Vorgehensweise zeigt auf, wie sich ein Lebenslauf Baustein für Baustein zusammensetzen kann. Insbesondere allgemeine Bachelorstudiengänge verschaffen einem die Zeit, sich erst nach drei Jahren (6 Semestern) für einen konkreten Berufsweg zu entscheiden und diesen mit dem passenden Masterstudiengang zu konkretisieren. In der Regel sind alle Bachelorstudiengänge so aufgebaut, dass sie bis zum 4. Semester die jeweiligen Grundlagenfächer anbieten. Im 5./6. Semester wählt man Schwerpunktfächer, die einem in beruflicher Hinsicht passend erscheinen.

    Berufsrichtung mit dem Master-Studiengang festlegen

    Erst mit der Wahl des Masterstudiengangs erfolgt also eine berufliche Festlegung. Bis dahin wären mit Ausbildung und Bachelor-Studium schon mal 5 – 6 Jahre vergangen, in denen man älter und reifer wird, um immer besser eine berufliche Entscheidung treffen zu können.

    Das eine Unternehmen, das einen in den nächsten 30 – 35 Berufsjahren beschäftigt, ist unter den heute existierenden Rahmenbedingungen in der freien Wirtschaft eher unrealistisch. Ebenso die einzigartige, durchgängig ansteigende Karriereleiter. Vielmehr liegt es heute mehr denn je an jedem einzelnen, sich fortlaufend zu qualifizieren und weiterzubilden. Sollte es möglicherweise in einem Unternehmen nicht so weitergehen, wie man sich das vorstellt, hat man die Option, sich in einem anderen Unternehmen zu bewerben, um die persönliche Weiterentwicklung dort voranzutreiben.

    Dementsprechend haben die Worte „lebenslanges Lernen“ heute besondere Bedeutung, denn nur der eine Berufsweg existiert so gut wie nicht mehr.

    Lebenslanges Lernen

    Lebenslanges Lernen bezieht sich darauf, mit neuen Situationen im Beruf umzugehen, zu lernen und ggf. Konsequenzen ziehen zu können. Nicht immer kann man sich dabei Lebenssituationen selbst aussuchen, wie uns beispielsweise die Corona-Pandemie aufgezeigt hat. Aber jeder hat die Möglichkeit, mit fortlaufender persönlicher Weiterentwicklung, den veränderten Rahmenbedingungen entgegentreten zu können.

    Um es in einem Bild auszudrücken: es ist wie bei einer Treppe – man kann mit jeder beruflichen Qualifikation eine Stufe höher steigen. Gleichzeitig kann man auf jeder Stufe entscheiden, ob man verweilt oder eine Stufe weiter steigt. Manchmal muss man auch eine Stufe zurückzugehen, um an anderer Stelle die Treppenstufen schneller hoch zu kommen.

    Wichtig ist nur, dass man jederzeit auf Veränderungen eigenständig reagieren kann. In der Konsequenz bedeutet das, nicht der eine Berufsweg, mit der einen Ausbildung und dem einen Studium ist entscheidend, sondern: „Der Weg ist das Ziel“

    Um diesen Berufsweg erfolgreich beschreiten zu können, ist es mehr als hilfreich, die persönlichen Neigungen- und Präferenzen zu kennen und diese beruflich zu nutzen. Denn dann kann Arbeit Spaß machen und man verdient dabei auch noch Geld.

    Das Hobby zum Beruf machen

    Das Hobby zum Beruf zu machen – dabei unterstützt das Coaching von Abi und was dann?, um dabei zugleich die eigene, vielfältige berufliche Erfahrung einzubringen, die ich erfahren habe und bis heute lerne ich jeden Tag dazu. Ob im Coaching von „Abi und was dann?“, als Bewerbungscoach, beim Mentoring in der in der Fragestellung Im Studium – und jetzt? oder bei der Tätigkeit als Persönlichkeitsprofiler.