Kategorie: Masterstudium

  • Spezialisiertes Studium oder allgemeines Fach studieren?

    Es exististieren Schätzungen nach denen zwischen 50% und 70% der angehenden Abiturienten noch keine Vorstellung darüber haben, wie es  nach dem Abitur weitergehen soll. Gleichzeitig denken etliche sofort über ein spezialisiertes Studium nach und wollen kein allgemeines Fach studieren.

    Um Zeit zu gewinnen, gehen viele erst einmal ins Ausland oder absolvieren ein freiwilliges soziales Jahr ( FSJ).

    Doch auch diese Zeit geht einmal um und viele wissen dann immer noch nicht, was sie beruflich machen sollen. Bei Gesprächen zur Frage Abi und was dann? mit Eltern, Freunden, Bekannten aber auch Lehrern werden häufig „Klischees“ bedient:

    • Du hast Abitur – also solltest/musst Du studieren!
    • Mit Abitur macht man doch keine Ausbildung … oder hast Du so ein schlechtes Abi?
    • Such Dir einen sicheren Job als Polizist oder Lehrer …
    • Mit einem Studium in der Tasche verdient man später auf jeden Fall besser!

    Diese pauschalen Aussagen kommen auch in den Coachings von Abi und was dann? was dann? häufig vor. Bemerkenswert dabei ist, dass die „Ratgeber“ aus dem persönlichen Umfeld stammen, die etliche andere Fakten bei diesen Äußerungen ausblenden oder die Veränderungen in unserer heutigen Zeit nicht wahrnehmen – nicht wahrnehmen wollen.

    So beispielsweise die Tatsache, dass heute mehr als 50% der Schüler das Abitur an unterschiedlichsten Schulformen absolvieren. Damit ist das Abitur zum Standard geworden!

    Mehr als die Hälfte der 20- bis 24-Jährigen hat Abitur – RP

    Mehr als 22.000 Studiengänge

    Was ebenfalls viele persönliche Ratgeber sehr überfordert ist die Vielzahl der Studiengänge (über 22.000 – siehe Hochschulkompass). Wie eine stille Post hat es sich in viele Köpfe eingeschlichen, dass man möglichst spezialisiert sein sollte. Zum Teil, weil die Wirtschaft nach diesen Spezialisten sucht. Zugleich ändern sich aber wirtschaftliche Rahmenbedingungen und dann kann es wieder sein, dass man eher Generalisten anstelle von Spezialisten sucht. All das macht die Beantwortung der Frage „Abi und jetzt?“ nicht einfacher.

    Etliche Hochschulen gingen dazu über, spezialisierte Studiengänge anzubieten. Fächer wie „Green Business Management“ oder „Unterwasser-Meeresbiologie-Technik“ wurden entwickelt und angeboten bis sich schließlich herausstellte, dass die wenigen Absolventen große Schwierigkeiten hatten, damit in einen Beruf zu starten.

    Konsequenz: die Studiengänge wurden wieder eingestellt. So wird es einigen anderen Spezialisierungen in Zukunft ebenfalls ergehen.

    Was tun nach dem Abiitur?

    Wer nicht weiß, was er nach dem Abitur machen soll, wäre schlecht beraten, wenn er nur aufgrund der „stillen Post-Kommunikation“ ein spezialisiertes Studium aufnimmt. Vielmehr wäre es hilfreich, sich einem allgemeinen Studienfach zu widmen und erst nach und nach für sich zu erkennen, wohin die genauere berufliche Reise geht. – Bei dieser Überlegung kommen dann Studiengänge wie BWL, Ingenieurwesen, Jura etc. infrage.

    Ausgerechnet BWL: „Das macht doch jeder“ und „Da ist so viel Mathe drin!“ – So Meinungen, die man oft hört. Dass aber dieses Fach eine Vielzahl an Möglichkeiten bietet, daraus später einen Beruf zu entwickeln, ohne sich zu früh zu spezialisieren, wird häufig übersehen.

    Zudem beinhalten spezialisierte Studiengänge wie z. B. Event-und Tourismus-Management, Sport- und Fitness Ökonomie u. ä. alle Grundlagenfächer der BWL. Überall wo Management dran steht – ist BWL drin!

    Daher könnte es auch ein Weg sein, zuerst allgemein BWL zu studieren und sich später im Master in einem der genannten Fächer zu spezialisieren. Idealer Weise hat man während des Bachelor-Studiums auch schon ein paar Praktika in verschiedenen Berufsbereichen absolviert.

    Wer noch gar keinen Schimmer hat, was er nach dem Abi machen soll, der ist gut beraten, wenn er zumindest seine persönlichen Neigungen und Denkstile kennt. Im Gespräch mit einem neutralen Coach können zugleich etliche „Irrtümer“ bereinigt werden. Zudem werden Wege und Möglichkeiten aufgezeigt, wie man sich in der heutigen Zeit am besten qualifiziert.

    Qualifiziert im Sinne von: möglichst zu jeder Zeit und in jeder Lebenslage eine berufliche Auswahlmöglichkeit zu haben. Denn auch das ist eine Ausprägung der heutigen Zeit:

    Das lebenslange verweilen in einem Beruf – an nur einem bestimmten Ort – gehört mehr und mehr der Vergangenheit an.

    Mehr denn je lautet für die Zeit nach dem Abi: Der Weg ist das Ziel!

    Diesen Weg zu beschreiten, in dem man seine persönlichen Fähigkeiten kennt und sich entsprechend qualifiziert – das sind die wesentlichen Inhalte des Coachings von Abi und was dann?.

    In Bezug auf die Kosten des Coachings lässt sich sagen: Es kostest nicht mehr als ein neues Smartphone! Allerdings mit dem Unterschied, dass das Coaching von Abi und was dann? ein Berufsleben lang wirkt. Die „Haltbarkeit“ eines Smartphones liegt bei maximal zwei Jahren …

  • Management Studium: Überall, wo Management dran steht, ist BWL drin!

    Schon mehrfach hat sich auf speziellen Abiturientenmessen am Stand von Abi und was dann? die folgende Fragestellung ergeben:

    „Mich interessiert BWL nicht, BWL macht doch jeder. Ich möchte lieber Management studieren. Können Sie mir eine Empfehlung für einen Management-Studiengang geben?“

    Die Betriebswirtschaft ist in der Tat ein Klassiker unter den Grundlagenstudienfächern. Sie erscheint vielen jungen Menschen nicht mehr zeitgemäß. Design, Wirtschaftspsychologie oder beispielsweise Marketingmanagement klingen moderner. Bei manchem wecken diese Studiengangsüberschriften berufliche Wunschvorstellungen und sie überlegen, lieber ein Trendfach als einen Klassiker zu studieren (siehe auch SZ Mai 2024).

    Dabei werden aber oftmals die Studieninhalte übersehen. Schaut man dort hinein, lässt sich eine Kernaussage treffen:

    Management = BWL

    Überall, wo Management dran steht, sind die Grundlagenfächer der Betriebswirtschaft enthalten.

    Um das zu verdeutlichen, schauen wir mal auszugsweisr auf den Studienverlaufsplan von Marketingmanagement und BWL, die von verschiedenen Hochschulen in Deutschland angeboten werden und sich über den Hochschulkompass recherchieren lassen.

    Auszug Studienverlaufsplan für Marketingmanagement:

    1. bis 3. Semester / Inhalte:

    • Konsumenten und Märkte verstehen: Marktforschung, Markt- und Konsumpsychologie, Basiswissen VWL, Verhaltensökonomie
    • Märkte bearbeiten: Marketing-Grundlagen, digitales Marketing, internationales Marketing, Mediaplanung, Projektmanagement, Wirtschaftsrecht
    • Unternehmen marktorientiert führen: Einführung in die BWL, Unternehmensführung, Organisation, Buchführung, Kosten- und Leistungsrechnung, Investition, Wirtschaftsmathematik, Statistik, Arbeitsrecht, Human Resources Management …

    Auszug Studienverlaufsplan Betriebswirtschaft

    • 1.Semester: Einführung in die Allg. BWL und in die Managementlehre, Marketing, Buchführung und Bilanzierung, Mathematik, Wirtschaftsrecht I
    • 2. Semester: Marketing, Kosten- und Leistungsrechnung, Statistik 1, Mikroökonomie, Wirtschaftsrecht I
    • 3. Semester: Supply Chain und Operations-Management, Investition, Wirtschaftsrecht 2, Statistik 2 etc.

    Diese Auszüge aus dem scheinbar modernen Studienfach Marketingmanagement und dem Klassiker Betriebswirtschaft zeigen auf, dass in beiden Studiengängen die Fächer BWL, VWL, Statistik, Wirtschaftsrecht, Finanzen und weitere Fächer als Grundlagenfächer dienen. Ganz gleich, ob man Marketingmanagement oder BWL studiert.

    Das wirft somit die Frage auf, ob es sinnvoll ist, sich schon im Bachelor zu spezialisieren oder ob man nicht eher grundlegende BWL oder International Management studiert?

    In der allgemeinen BWL lernt man alle Grundlagenfächer kennen. Im Master fokussiert man sich dann auf eine Berufsrichtung!

    Also lässt sich das BWL Bachelor-Studium noch zur persönlichen Orientierung nutzen – siehe auch Spezialisiertes Studium oder ein allgemeines Fach studieren?

    Fazit

    In den vergangenen Jahren entstanden immer mehr spezialisierte Studiengänge, die zumindest von der Überschrift her moderner und interessanter klingen, als BWL. Dazu gehören auszugsweise: Sport- und Event-Management, Tourismusmanagement, Wirtschaftspsychologie, Mode- und Designmanagement u.v.m.

    Sämtliche „Management“ oder „Wirtschaft“– Zusätze bedeuten, dass die Grundlagenfächer der BWL enthalten sind. Der Blick in den jeweiligen Studienverlaufsplan zeigt es auf.